Meditation

Meditation – aus „Der Flug des Adlers“

Kann man Gewahrsein praktizieren?

Wenn ihr Gewahrsein „praktiziert“, dann seid ihr die ganze Zeit unaufmerksam.

Seid euch also Ihrer Unaufmerksamkeit bewusst, übt „aufmerksam zu sein.“

Seid euch der Unaufmerksamkeit gewahr, dann ist diesem Gewahrsein bereits Aufmerksamkeit. Man müsst es nicht üben. Bitte, seien sie sich dessen absolut klar. Es ist so offensichtlich und einfach.

Man muss nicht nach Burma, China oder Indien reisen, an Orte, die zwar romantisch, aber nicht konkret sind.

Ich erinnere mich, dass ich einmal mit einer Gruppe von Leuten in einem Auto in Indien unterwegs war. Ich saß mit dem Fahrer vorne, hinten saßen drei Leute, die über Achtsamkeit sprachen und mit mir diskutieren wollten, was Achtsamkeit ist. Das Auto fuhr sehr schnell. Auf der Straße stand stand eine Ziege; der Fahrer passte nicht auf und überfuhr das arme Tier. Die Herren im Heck diskutierten weiter darüber, was Gewahrsein ist; sie nicht die geringste Ahnung, was soeben passiert war! Ihr lacht, aber das ist das, was wir alle tun: Wir beschäftigen uns intellektuell mit der Idee des Gewahrseins, der verbalen, dialektischen Untersuchung von Meinungen, sind uns aber nicht wirklich bewusst, was vor sich geht.

Es gibt keine Praxis, sondern nur das Leben selbst.

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