Meditation

Meditation – aus „Der Flug des Adlers“

Fragender: Können Sie etwas über Faulheit sagen?

Krishnamurti: Faulheit – zunächst einmal, was ist falsch an Faulheit?

Wir sollten Faulheit nicht mit Muße verwechseln.

Die meisten von uns sind leider faul und neigen dazu, träge zu sein, also zwingen wir uns selbst zur Aktivität und werden dadurch noch fauler.

Je mehr ich mich gegen die Faulheit wehre, desto fauler werde ich.

Aber schauen Sie sich die Faulheit an, wenn Sie morgen aufstehst und sich furchtbar faul fühlen, weil es so viele Dinge, die sie nicht tun wollen.

Warum ist der Körper faul geworden?

Wahrscheinlich hat man zu viel gegessen, sich sexuell verausgab; man hat am Tag und in der Nacht zuvor alles getan, um den Körper schwer und träge zu machen; und der Körper sagt: „Um Gottes willen, lasst mich ein bisschen in Ruhe“. Aber man will ihn peitschen, ihn aktiv machen.

Doch man verändert seinen Lebensstil nicht, also nimmt man ein Aufputschmittel um den Körper zu aktivieren.

Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass der Körper seine eigene Intelligenz hat. Es erfordert sehr viel Intelligenz, die Intelligenz des Körpers zu beobachten.

Man zwingt ihn, man treibt ihn an; man ist an Fleisch gewöhnt, man trinkt, raucht. Ihr kennt das ganze Drum und Dran. Und so verliert der Körper seine eigene, ihm innewohnende organische Intelligenz.

Damit der Körper intelligent handeln kann, muss der Geist einsichtig sein und darf sich nicht in den Körper einmischen.

Probieren Sie es aus, und Sie werden sehen, dass die Faulheit eine gewaltige Veränderung erfährt.

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Dann ist da noch die Frage der Freizeit.

Die Menschen haben immer mehr Freizeit, besonders in den wohlhabenden Gesellschaftsschichten.

Was fängt man mit der Freizeit an? – Das wird zum Problem: mehr Unterhaltung, mehr Kino, mehr Fernsehen, mehr Bücher, mehr Geplauder, mehr Kreuzfahrten, mehr Kricket: Sie wissen schon, auf und davon, die Freizeit mit allen möglichen Aktivitäten füllen.

Die Kirche sagt, füllt sie mit Gott, geht in die Kirche, betet – all diese Tricks, die sie schon immer angewendet haben, was nur eine andere Form der Unterhaltung ist.

Ihr habt Freizeit; nutzt ihr sie, um euch nach außen oder nach innen zu wenden?

Das Leben ist nicht nur ein inneres Leben; das Leben ist eine Bewegung, es ist wie die Flut, die kommt und geht.

Was macht ihr mit der Muße?

Werdet ihr gelehrter, zitiert ihr mehr Bücher?

Haltet ihr Vorträge (was ich leider auch tue, oder schaut ihr tief in euer Inneres?

Um ganz tief nach innen zu gehen, muss auch das Äußere verstanden werden. Je mehr man das Äußere versteht – nicht nur Fakten wie die Entfernung zwischen hier und dem Mond, nicht technisches Wissen, sondern die äußerlichen Bewegungen der Gesellschaft, der Nationen, die Kriege, den Hass, den es gibt – wenn man das Äußere versteht, dann kann man sehr tief nach innen gehen. Und diese innere Tiefe hat keine Grenzen.

Man sagt nicht: „Ich habe das Ende erreicht, das ist die Erleuchtung“.

Erleuchtung kann nicht von einem anderen gegeben werden; Erleuchtung kommt, wenn man die Verwirrung verstanden hat; und um die Verwirrung zu verstehen, muss man sie betrachten.

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